laktosefreie Vollmilchschokolade

Laktosefreie Schokolade? – Welche Alternativen gibt es ohne Laktose?

Sobald man die Diagnose Laktoseintoleranz bekommt, hat man eine Vielzahl kleinerer Probleme. In zahlreichen Lebensmitteln ist Laktose enthalten. Doch sobald man zum Thema Schokolade kommt, wartet auf einmal ein doch relativ größeres Problem auf einen. Denn auch, wenn es mittlerweile einige laktosefreie Alternativen gibt und auch dank des veganen Trends der letzten Jahre, so ist man beim Thema Schokolade doch noch ziemlich eingeschränkt. Die meisten üblichen Schokoladen sind nicht laktosefrei, da die meistverkaufte Schokolade Milchschokolade ist. Es gibt einige, wenige Milchschokoladen, welche laktosefrei sind. Besser sieht es bei Zartbitterschokolade und bei Bitterschokolade aus. Diese Sorten sind fast immer laktosefrei, da keine Milch enthalten ist. Und auch die meisten Süßigkeiten auf Basis von Schokolade enthalten Laktose.

Wie wird Milchschokolade hergestellt?

Zur Herstellung der klassischen Milchschokolade werden zunächst die Kakaobohnen zu Kakaomasse verarbeitet. Anschließend werden zu der Kakaomasse bei einer üblichen Mischung Zucker, Kakaobutter, Magermilchpulver, Sojalecithin und Aromen dazu gegeben. Oft ist Zucker der mengenmäßig höchste Anteil, aber das liegt auch daran, dass keine Milch hinzugegeben wird, sondern die stark konzentrierte Form der Milch, also Milchpulver.

Die Mischung wird in Walzwerken vermahlen, damit die Zuckerkristalle nicht mehr einzeln im Mund wahrnehmbar sind. Anschließend kommt eine Conchiermachine zum Einsatz. Diese entzieht der Schokolade die noch verbliebene Restfeuchtigkeit. Diese beträgt hier zwar meist nur noch etwa zwei bis vier Prozent, doch dieser Rest ist ausreichend, damit der Zucker wieder kristallisieren würde. Das würde zu einer krümeligen Schokolade führen.

Der nächste Schritt ist das Temperieren. Auch dieser Schritt hängt wieder mit dem Kristallisieren der Schokolade zusammen. Durch gezieltes Abkühlen und anschließendes Erwärmen, in beiden Fällen auf eine exakt definierte Temperatur, wird die Struktur der Kristalle so eingestellt, dass diese zartschmelzend auf der Zunge sind und die Form der Schokolade äußerlich dem entspricht, was der Verbraucher erwartet. Es gibt sechs verschiedene Kristallformen und nur eine davon ist die gewünschte.

Als nächste und letzter eigentlicher Produktionsschritt wird die flüssige Schokoladenmasse in Formen gegossen. Wie man merkt, ist der Prozess der Herstellung von Schokolade technisch sehr anspruchsvoll. Sich mal eben selbst laktosefreie Schokolade herzustellen ist praktisch nicht möglich. Aber auch für einen Hersteller bedeutet es ein erhebliches Anfangsinvestment in Technik.

Nährwerte von Milchschokolade

Schokoladenrezepturen sind sehr individuell, sodass ich hier nur beispielhaft die Nährwerte für die laktosefreie Vollmilchschokolade von Ritter Sport aufführe. Andere Produkte haben auch andere Nährwerte.

Brennwert 555 kcal
Fett35 g
– davon gesättigte Fettsäuren21 g
Kohlenhydrate49 g
– davon Zucker49 g
Eiweiß9,7 g
Salz0,19 g

Wie viel Laktose ist in Milchschokolade enthalten?

Das Institut für Chemie und ihre Didaktik der Universität zu Köln hat die Zusammensetzung von einer typischen Vollmilchschokolade ermittelt. Der Anteil von Milchpulver beträgt 22 Prozent. Im Milchpulver wiederum sind etwa 50 Prozent Laktose enthalten. Das bedeutet, dass eine typische Tafel Vollmilchschokolade etwa 11 Gramm Laktose enthält. Das ist mehr Laktose als in einem Glas Milch (200 Milliliter) enthalten ist. Wer Laktoseintoleranz hat, sollte auf Vollmilchschokolade verzichten. Behelfen kann man sich entweder durch laktosefreie Ersatzprodukte oder wenn man vor dem Verzehr eine Lactase-Tablette einnimmt.

Gibt es laktosefreie Milchschokolade?

Wann ist eine Schokolade laktosefrei?

Als laktosefrei gilt ein Produkt, wenn es weniger als 0,1 Gramm Laktose auf 100 Gramm enthält. Diese Spuren von Laktose werden praktisch von jedem Menschen toleriert, auch bei schwerer Laktoseintoleranz. Oft findet sich in der Zutatenliste von Schokolade Butterschmalz, Butterreinfett, Butterfett oder Ghee. Dabei handelt es sich um ein Produkt auf Basis von Butter, wobei der sowieso schon sehr laktosearmen Butter nochmals alle weiteren Stoffe entzogen werden mit Ausnahme vom Fett. Der Butter werden also Laktose, Wasser und Milcheiweiß entzogen und es verbleibt das Fett. Dieses Milchprodukt in der Zutatenliste ist also unbedenklich. Ebenso ist es unbedenklich, wenn auf der Packung steht, dass Spuren von Milch enthalten sind. Das bedeutet nur, dass in der gleichen Anlage auch andere Rezepturen verarbeitet werden und dabei eben auch Milch und Milchprodukte verarbeitet werden. Natürlich werden die Anlagen zwischen den verschiedenen Rezepturen gereinigt und selbst wenn minimalste Restmengen verbleiben würden, wäre das praktisch irrelevant.

Vollmilchschokolade, Zartbitterschokolade, Bitterschokolade

Eigentlich alle Bitterschokoladen und die meisten Zartbitterschokoladen sind laktosefrei, hier sollte man die Zutatenliste studieren, wobei Spuren von Milch und Butterreinfett okay sind. Hier sind Schokoladen mit Laktose also eher die Ausnahme. Anders sieht es natürlich bei Vollmilchschokoladen aus, diese enthalten im Regelfall natürlich Laktose. Die meisten Menschen in Deutschland bevorzugen geschmacklich eher Vollmilchschokoladen, daher ist es natürlich besonders interessant, welche Vollmilchschokoladen laktosefrei sind.

Laktosefreie Vollmilchschokolade

laktosefreie Vollmilchschokolade mit NussDie laktosefreie Vollmilchschokolade, welche auch geschmacklich wirklich nach normaler Vollmilchschokolade schmeckt, ist die Sorte „Vollmilch laktosefrei“ von Ritter Sport. Die blaue Verpackung orientiert sich dabei stark an der Sorte „Edel-Vollmilch“, allerdings ist der Edel-Kakao-Anteil bei der Sorte „Edel-Vollmilch“ deutlich höher. Fairerweise muss man dazu dann aber auch sagen, dass es sich dabei um geschmackliche Nuancen handelt, welche nur jemandem auffallen, der regelmäßig und oft Milchschokolade isst. Wer wegen seiner Laktoseintoleranz schon seit Monaten oder Jahren auf Milchschokolade verzichtet hat, der wird diesen Unterschied kaum bemerken. In jedem Fall ist die Sorte „Vollmilch laktosefrei“ von Ritter Sport also empfehlenswert, wenn man endlich wieder Milchschokolade essen möchte trotz Laktoseintoleranz.

Die anderen beiden großen Hersteller von Milchschokolade, Milka und Lindt, haben beide keine laktosefreie Schokolade im Sortiment. Auch die beiden Markenhersteller von laktosefreien Produkten, MinusL und LAC, haben keine laktosefreie Vollmilchschokolade im Sortiment. Es gab von MinusL eine Vollmilchschokolade. Die Produktion wurde aber eingestellt.

Von Heilemann, einem kleinen und spezialisierten Hersteller von Schokolade gab es laktosefreie Vollmilchschokolade sowie laktosefreie Pralinen. Diese werden aktuell aber nicht mehr hergestellt. Gleiches gilt für den Hersteller Hussel, auch deren laktosefreie Vollmilchschokolade ist nicht mehr erhältlich.

Vom Hersteller frankonia, welcher sich auf Schokolade für spezielle Bedürfnisse spezialisiert hat, also Schokolade für Menschen mit Laktoseintoleranz oder Fructoseintoleranz beziehungsweise zuckerreduzierte Schokolade oder vegane Schokolade gibt es laktosefreie Schokolade. Auch gibt es von Eigenmarken laktosefreie Schokolade, beispielsweise von REWE. Hier eine Aufstellung aller mir bekannten laktosefreien Vollmilchschokoladen, welche ich, sofern verfügbar, auch direkt auf die Webseite von REWE verlinkt habt. Dort könnt ihr diese laktosefreien Vollmilchschokoladen bestellen, entweder zur Lieferung oder zur Abholung in einem Markt.

Vegane Schokolade

Keine Milchschokolade, aber geschmacklich ähnlich sind Schokoladen auf Basis von Reis, Soja oder anderen pflanzlichen Alternativen. Diese Schokoladen und einige ähnliche sind auch dem veganen Trend der letzten Jahre zu Verdanken. Hier einige Tipps, welche ich auch auf Vekoop verlinkt habe. Vekoop ist ein sehr bekannter Online-Shop für vegane Produkte.

iChoc, Vivani und Gepa gibt es in vielen Biomärkten, da es sich um Bio-Schokolade handelt. Auch einige Supermärkte führen diese Schokolade. Außerdem gibt es iChoc in den meisten dm-Supermärkten. Alle Schokoladen von iChoc sind vegan und frei von jeder Art von Milch und Milchbestandteilen. Vivani stellt neben den oben genannten veganen Schokoladen, auch nicht-vegane und laktosehaltige Schokoladen her, hier solltet ihr also genau lesen. Ebenso gibt es von Vivani noch Edelbitterschokoladen, welche dann wiederum vegan und laktosefrei sind. Gleiches gilt auch für Gepa.

Noch ein paar speziellere vegane und damit auch laktosefreie Schokoladen findet ihr in Veganz-Läden. Ebenso gibt es von Ritter Sport, Rapunzel (in Biomärkten), Alnatura und anderen, kleineren Herstellern auch vegane Schokoladen, welche hier unerwähnt bleiben aber definitiv einen Versuch Wert sind. Diese sind dann teilweise keine direkte geschmackliche Konkurrenz zu Vollmilchschokolade, sondern beispielsweise mit Kokosgeschmack, Mandel-Quinoa oder Waffelschokolade, daher würde es hier den Rahmen sprengen. Ich verlinke dazu mal einen Beitrag von Peta.

Welche Alternative gibt es?

So unübersichtlich, wie die Landschaft der Schokoladen sowieso schon ist, so ist es bei Laktoseintoleranz gleich noch schwerer. Und man sollte am Ende auch nicht vergessen, dass die veganen oder speziellen laktosefreien Schokoladen teilweise mehr als doppelt so viel kosten wie eine normale Schokolade im Supermarkt. Auch gibt es für die zahlreichen Süßigkeiten wie KitKat, M&Ms, Mars, Snickers, Kinder Bueno, Twix, Smarties & Co. keine laktosefreie Alternative. Es gibt von Ritter Sport, Milka & Co. hunderte Sorten. Daher sollte man auch immer im Kopf behalten, dass eine einfache Alternative schlichtweg auch wäre, sich einfach eine beliebige Schokolade oder eine beliebige Süßigkeit im Supermarkt mitzunehmen und dann einfach vor dem Verzehr eine Lactase-Tablette zu sich zu nehmen. Diese führt dem Körper das fehlende Enzym von außen zu. So mache ich es überwiegend, da ich mich in meiner Auswahl nicht auf einige, wenige Produkte beschränken möchte.

Wissenswertes

laktosefreie Schokolade

In welchem Land wird die meiste Schokolade pro Kopf konsumiert? Tatsächlich in Deutschland. Bei dieser Statistik liegt Deutschland knapp vor der Schweiz und mit einigem Abstand folgen Estland, das Vereinigte Königreich und Finnland. Weit abgeschlagen, also nur etwa ein Drittel von unserem Konsum hier in Deutschland, haben südlichere Länder in Europa wie Spanien, Italien und Portugal. Auch in den USA wird nur etwa halb so viel Schokolade gegessen wie in Deutschland. In China ist Schokolade eher Zeichen eines westlich orientierten Lebensstil und hat dort keine Tradition. Der Konsum nimmt aber  zu.

Der weltweit größte Hersteller von Schokoladenartikeln ist Mars Inc. aus den USA. Zum Konzern gehört natürlich nicht nur der Mars-Riegel, sondern neben vielen anderen Produkten auch weitere Schokoladenartikel wie Twix, Snickers, Milky Way, Amicelli oder M&M’s. Weitere sehr große Hersteller sind Mondelēz (Milka, Toblerone) und Ferrero (Nutella, Überraschungsei, Duplo, Kinderschokolade). Die in Deutschland sehr beliebte Schokolade von Ritter Sport gehört zur Alfred Ritter GmbH & Co. KG. Dabei handelt es sich um ein Familienunternehmen, welches zu keinem größeren Konzern gehört und nicht börsennotiert ist.

Der Kakaobaum wurde vermutlich bereits 1500 vor Christus erstmals genutzt, nach Europa gelangten die Kakaobohnen aber erstmals mit Christoph Kolumbus. Im 16. Jahrhundert wurde erstmal Schokolade getrunken, allerdings dauerte es noch einige Jahrhunderte, bis Schokolade wirklich populär wurde. Doch auch dann war Schokolade zunächst nur etwas für die Reichen. Die erste Milchschokolade wurde 1839 in Dresden von der Firma Jordan & Timaeus hergestellt. Einige Jahrzehnte später, im Jahr 1875, begann auch in der Schweiz die Herstellung von Milchschokolade.

Wenn Laktose aufgespalten wird, entstehen Galactose und Glucose. Beide Einfachzucker haben eine höhere Süßkraft als Laktose. Daher schmeckt laktosefreie Milch auch etwas süßer als normale Milch. Dieser Effekt würde theoretisch auch dafür sorgen, dass laktosefreie Vollmilchschokolade süßer schmecken würde als nicht laktosefreie Vollmilchschokolade. Doch angesichts der großen Menge an Zucker in Vollmilchschokolade, hat es praktisch keinen Effekt. In anderen Lebensmittel, welche deutlich weniger Zucker haben, wird der Effekt allerdings teilweise von der Industrie genutzt, um ein Produkt süßer zu machen, ohne die Kalorien zu erhöhen.

Lactase-Tabletten für Schokolade

Wenn du Vollmilchschokolade oder andere Milchprodukte trotz Laktoseintoleranz essen möchtest, dann solltest du direkt davor eine Lactase-Tablette zu dir nehmen. Diese führt dem Körper das fehlende Enzym von außen zu, sodass der Milchzucker trotz Laktoseintoleranz problemlos verdaut werden kann. Wichtig finde ich eine ausreichende Dosierung, damit auch wirklich die komplette Laktose abgebaut wird. Überschüssige Enzyme werden dabei einfach wieder ausgeschieden. Ich nutze dafür die LactoJoy*. Diese sind hoch dosiert, enthalten keine unnötigen Zusatzstoffe und können über den Link einfach auf Amazon bestellt werden.